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Autor Thema: Verlauf und Ausbau des Raetischen Limes  (Gelesen 684 mal)
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Pax vobiscum...

Profil anzeigen Heimatgeschichte in Aalen und Umgebung
« am: Februar 09, 2011, 01:40:30 »

Verlauf und Ausbau des raetischen Limes


Zur sicherung der rätischen Nordgrenze der ehemaligen Provinz Rätien (Hauptstadt Augsburg) wurden um die mitte des 2. Jahrhunderts (unter Kaiser Antonius Pius) zunächst Palisaden (160 km lang) aus Baumstämmen und hölzerne Wachtürme errichtet. Man fand z.B. in der Talaue der Jagst südlich von Schwabsberg im Jahre 1969 hölzerne Reste die anhand einer dendro-chronologischen Untersuchung (datierung mithilfe der Jahresringe von Holz) auf das Jahr 139/40 n.Chr datiert werden konnten.

Zwei Generationen später folgte der aufwendige Steinausbau der Grenzbefestigungen mit einer 3 m hohen und 1,2 m dicken Steinmauer, diese läßt sich leider nicht mehr eindeutig datieren. Sie verlief ohne Unterbrechung vom Rotenbachtal westlich von Schwäbisch-Gmünd bis zur Donau bei Eining. Von Osten folgt dann die sogenannte "nasse Grenze" entlang der Donau. In Richtung Westen verläuft der obergermanische Limes, dessen Bauweise von der des raetischen Abschnitts abweicht.

Der Limes ermöglichte die Überwachung und Beobachtung der Grenzzone, für eine Provinzverteidigung bei ernsthaften Angriffen war er nicht gedacht. Außer zahlreichen Holztürmen und Kleinkastellen zur unmittelbaren Grenzsicherung bestanden in Abständen von knapp 15 km große Truppenlager, in denen auch des öfteren teilberittene Kohorten (einheiten mit je 500 Soldaten) stationiert waren. Das größte Kastell am osträtischen Limes stand in Aalen und besaß eine Ala, eine Reitereinheit mit 1000 Soldaten.

Im Verlauf des 3. Jahrhunderts n.Chr. wurde die Limesverteidigung durch zahlreiche innere und äußere Krisen sehr geschwächt. So gelang es den germanischen Verbänden aus dem Nordosten wiederholt tief in das römische Provinzgebiet einzudringen. Der Limes und sein unmittelbares Hinterland mußten schließlich um das Jahr 260 n.Chr. aufgegeben werden. Das römische Heer mußte sich daraufhin hinter die Donau, Iller und Rhein zurückziehen.

Auch nach der Zerstörung des Limes durch die Alemannen erfüllten Teile des Limes noch gewisse Grenzfunktionen. Zum Beispiel diente er im Mittelalter als Bistumsgrenze und später als Oberamtsgrenze.


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