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Autor Thema: Schättere (Härtsfeldbahn)  (Gelesen 952 mal)
Ritter Katz
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Die Ostalb ist schön.

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« am: Januar 30, 2011, 11:40:12 »

Bericht aus der Schwäpo vom 13/01/2010 von Manfred Moll
700 Arbeiter für die „Schättere“ Härtsfeldbahn Aalen-Neresheim-Ballmertshofen vor 110 Jahren eröffnet – Bauzeit dauerte 18 Monate
Das große Bahnjubiläum in diesem Jahr wird für die Remsbahn gefeiert: 150 Jahre. Ein kleines Jubiläum steht bei der Härtsfeldbahn an: Die Strecke von Aalen über Neresheim nach Ballmertshofen wurde 1901 eröffnet – vor 110 Jahren.
Manfred Moll

Aalen. Schon damals gibt es dieses Wettrennen der Städte: Soll die Härtsfeldbahn von Heidenheim aus nach Neresheim fahren oder von Aalen aus? Aalen macht das Rennen, nachdem geklärt ist, dass die Steigung auch ohne Zahnradbahn bewältigt werden kann.
Die ersten Bauarbeiten für die Schmalspurbahn (Meterspur) beginnen am 26. Mai 1900. Auf der Härtsfeldhochfläche warten die Bautrupps, bis die Ernte in den Scheuern liegt.
Der Unterkochener Viadukt und der Tunnel sind die vordringlichsten Bauprojekte: Erst nach ihrer Fertigstellung können die Bauzüge verkehren. Ab 18. Juli 1900 heben Arbeiter die Fundamente des Viadukts aus. Die vier Bogen der in einer Krümmung liegenden Brücke erreichen jeweils eine lichte Weite von 15 Metern, die Gesamtlänge des Bauwerks beträgt 85 Meter.
Der 96 Meter lange Tunnel, nicht weit vom Viadukt entfernt, ist das zweite größere Bauwerk der Härtsfeldbahn. Mitte August 1900 beginnt der Vortrieb des Tunnels auf der Ostseite. Ab 20. September kommt ein zweiter Bautrupp von der entgegengesetzten Seite zu Hilfe. Ende Juni 1901 wird die Tunnelausmauerung beendet.
Von Anfang an rackert eine große Zahl von Arbeitern beim Bau der Härtsfeldbahn. Im Oktober 1900 schuften 700 Arbeiter an 18 Stellen der Strecke. Rund die Hälfte der Arbeiter stammt aus Italien und Österreich. Entlang der Strecke sorgt eine Vielzahl von Kantinen, Werkzeugbuden, Ställen für Zugtiere und Bauhütten für den reibungslosen Ablauf. Mitte 1901 sind die Erdarbeiten an der Gesamtstrecke Aalen-Ballmertshofen größtenteils beendet. Anfang August 1901 hat der Oberbau den Tunnel erreicht, am 22. August 1901 fährt der erste Materialzug nach Neresheim. Bei einer Tagesdurchschnittsleistung von 700 Metern verlegtem Gleis schiebt sich der Schienenstrang bis zum 20. September nach Ballmertshofen vor. Die letzten Arbeiten an den Bahnhofsgebäuden in Aalen, Unterkochen, Ebnat, Elchingen, Neresheim, Dischingen und Ballmertshofen dauern bis Mitte Oktober.
Die Härtsfeldbahn endet zunächst beim Bahnübergang „Neue Welt“, weil die Gleisanlagen des Aalener Staatsbahnhofs seit 1899 umgebaut werden. Das Gebäude des Aalener Härtsfeld-Personenbahnhofs und die Hirschbachunterführung sind erst 1903 fertig gestellt.
Die Gesamtkosten der Härtsfeldbahn belaufen sich auf 2,8 Millionen Mark. 100.000 Mark entfallen dabei auf den Viadukt.
Die Feierlichkeiten zur Eröffnung der Härtsfeldbahn beginnen am 29. Oktober 1901 mit einem Treffen geladener Gäste in Aalen. Der 30. Oktober 1901, ein Mittwoch, hat auf dem Härtsfeld den Stellenwert eines Feiertags: Schulen, Behörden und Betriebe haben geschlossen, alle feiern die Eröffnung der Härtsfeldbahn.
Der bayerische Abschnitt der Bahn bis Dillingen wird am 3. April 1906 eröffnet. Das Bähnle bekommt bald den liebevollen, lautmalerischen Spitznamen „Schättere“. Seine wirtschaftliche Bedeutung sinkt in den Jahren nach 1960. Die Wanderer, die von Aalen mit der „Schättere“ aus aufs Härtsfeld fahren, reichen für einen wirtschaftlichen Betrieb nicht aus.
1972 wird die Bahn stillgelegt, die Gleisanlagen abgebaut. Doch nur 29 Jahre später, 2001, nimmt eine Museumsbahn zwischen Neresheim und der Sägmühle an schönen Sonntagen ihren Betrieb wieder auf.


Mit Volldampf aufs Härtsfeld, hier oberhalb von Unterkochen, schnaufte die „Schättere“ ab dem Jahr 1901. Im Hintergrund die Wahlfahrtskirche "St. Maria" Bild aus der Schwäpo


Zeitungsanzeige aus dem Jahr 1900, mit der Arbeiter für den Bau der Härtsfeldbahn gesucht wurden. Bild aus der Schwäpo



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« Letzte Änderung: Januar 30, 2011, 11:54:19 von Dr Ostälbler » Gespeichert
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