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Autor Thema: Bildstock bei Stocken  (Gelesen 985 mal)
Ritter Katz
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Die Ostalb ist schön.

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« am: Januar 30, 2011, 11:57:39 »

Zeitungsartikel aus der Schwäpo von Gerhard Könniger:

Die Geschichte eines Bildstocks
Im „Treppelbuck“ bei Stocken erinnert eine Steinsäule mit Madonna an einen schrecklichen Unfall
Man geht oft achtlos an ihnen vorbei, an den alten Stein- und Holzkreuzen, Stelen und Bildstöcken am Wegrand. Dabei hat jedes dieser Kleindenkmale eine Geschichte zu erzählen. Im Wald bei Stocken hat Anton Schmid einen solchen Bildstock restauriert, Konrad Kugelart hat in den Archiven und bei Zeitzeugen geforscht und eine tragische Geschichte herausgefunden.


Dieser Bildstock im Treppelbuck erinnert an ein tödliches Unglück. (Foto: Kugelart)
Ellwangen-Stocken. Es war am 14. Mai 1955, als Hans Fröhlich aus Schweighausen, 25 Jahre alt, zusammen mit einem Freund im Wald bei Stocken Holz für den elterlichen Küferei-Betrieb holen wollte. Die beiden hatten Eichenstämme auf einen Anhänger geladen und waren guter Dinge auf dem Heimweg.
Während sein Freund den Traktor steuerte, saß Fröhlich auf dem Anhänger, auf den Stämmen. Der Waldweg durch das Fischbachtal war damals längst nicht so gut befestigt wie heute, der Traktor schwach, wahrscheinlich zu schwach für die schwere Ladung. An der abschüssigen Stelle beim Stockener Weiher geriet das Fuhrwerk außer Kontrolle, die Stämme kamen ins Rutschen, stürzten vom Wagen und Fröhlich wurde zwischen dem Holz eingeklemmt.
Der Freund allein konnte den Verletzten nicht befreien, also lief er schnell zur Treppelmühle, das nächstgelegene bewohnte Anwesen, um Hilfe zu holen. Nur: Damals gab es dort noch kein Telefon. Und vermutlich war auch niemand im Haus, der dem Verunglückten helfen konnte. Denn der Freund eilte von der Treppelmühle durch den Wald zurück, um in Stocken Hilfe zu holen. Dabei kam er wieder bei seinem schwer verletzten Kameraden Hans Fröhlich vorbei.
Wie groß muss die Verzweiflung gewesen sein, den jungen Mann da in seinem Blut liegen zu sehen und ihm nicht helfen zu können?
In Stocken schließlich gab es ein Telefon, er konnte den Krankenwagen rufen und auch mehrere Männer mitnehmen, um die Baumstämme weg zu heben. Für den Verletzten kam die Hilfe allerdings zu spät.
Am 20. Mai sah man einen der größten Trauerzüge, die je von Schweighausen nach Jagstzell zum Friedhof führten. So viele Trauernde waren erschüttert von dem Unglück und gaben dem Toten das letzte Geleit.
Die Eltern, Josef und Theresia Fröhlich, ließen am Ort des Unglücks, im Wald beim Stockener Weiher, einen Bildstock aufstellen: eine steinerne gekrönte Rundsäule in Form einer Laterne, die in der Nische eine Pieta zeigt. Davor legten sie eine Steinplatte mit der Inschrift:
„An dieser Stelle ist am 14. Mai 1955 Hans Fröhlich von Schweighausen im Alter von 25 Jahren tödlich verunglückt. Gedenken seiner im Gebet, Vergelts Gott“.
© Schwäbische Post 23.11.2010



Foto von K. Kugelart


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